---------------------------------------------------------------------------------------
Nagold

Internet - Webdesign - Programmierung - Netzwerktechnik - Service
---------------------------------------------------------------------------------------

15. Nagold

1446: Ersterwähnung der Nikolaus-Kapelle unterhalb des Schlosses.

1458: Erst schriftliche Bezeugung des Rathauses, auch als Kaufhaus mit Brotlaube, Metzelbank und Salzlager. Badisches Wappen über Spitzbogenpforte im UG.

1483: Vogt/Pfandherr Wilhelm von Urbach stiftete zum eigenen Seelenheil und dem seiner verstorbenen Frau Anna von Niefern die St.-Nikolaus-Kaplaneipfründe, die Gottesdienst und Schulunterricht nebst einem Gebäude für den Kaplan umfaßte.

Auf diesem finanziellen Grundstock war es - nach der Reformation - 1570 möglich, daß die Stadt sich vom Dorf als Mutterkirche emanzipierte und durch Umwidmung aus der - stattlichen - spätgotischen Kapelle eine eigene Pfarrkirche wurde, ein wichtiger Schritt der Stadtentwicklung.

1483: Erste Erwähnung einer Lateinschule in Nagold. Entstehung wohl im Zusammenhang mit der Urbachschen Pfründstiftung: der Kaplan erteilte zugleich den Lateinunterricht.

1490: Ältestes Annal- und Statutenbuch der Stadt mit Erwähnung der hohen Gerichtsbarkeit und des Rathauses.


16. Nagold

Um 1500: Beginnende Stadterweiterung außerhalb der schützenden Ringmauer der Oberstadt unten im Tal am Fuß der Alten Steige als "Vorstadt", heute: Unteres Städtle.

1511: Erstes Schulhaus für eine Deutsche Schule (bürgerschaftliche Schreibschule, aus der sich die Volksschule entwickelte).

1527: Stiftung eines Spitals durch die Bürgerschaft.

1556: Einführung der Reformation in Baden und damit in Nagold durch Markgraf Karl II. (in Württemberg bereits 1534, in Berneck wohl gleichzeitig).

1570: Kirchliche Loslösung von der Mutterpfarrei im Dorf. Die Nikolauskapelle wird Pfarrkirche. Die Toten werden bis 1717 weiterhin auf dem Friedhof in Nagolddorf beigesetzt.
 

17. Nagold

1603: Nagold kommt zum Herzogtum Württemberg. Aus der badischen Herrschaft wird in praktisch unverändertem Umfang das württ. Amt Nagold mit 16 zugehörigen Dörfern.

Ca. 1610: Bau des Neuen Schlosses als Wohnsitz und Amtshaus des Obervogts ("Vogtei, Amtei, Oberamtei"). Spätere Umbauten.

1618-48: Der eigentliche Kriegseinbruch erfolgte nach der Schlacht bei Nördlingen (6.9.1634). Anders als von Calw sind aber von Nagold keine unmittelbaren, kriegerischen Verheerungen bekannt, indirekte jedoch schon: 1635 starben im ganzen Kirchenspiel Nagold 148 Personen an "Pest" (Fleckfieber). Im 30jährigen Krieg hatte die Stadtbefestigung zum letzten Mal eine echte Schutzfunktion, nicht gegen Belagerer, sondern gegen die das offene Land terrorisierenden Marodeurbanden von Kroaten und anderen sog. "Parteien".

1692: Datum auf der Lade der - sicher erheblich älteren - Gerberzunft (Museum im Alten Schloß).
 

18. Nagold

1714-17: Einrichtung des Stadtfriedhofes beim Lindentor, der heute sog. Alte Friedhof.

1752: Erster Durchbruch durch die Stadtmauer für ein weiteres (Not-)Tor bei der Paulusstaffel: die Stadtmauer wird nicht mehr als Schutz empfunden, sondern als Hindernis, z.B. bei Brand.

1762: Erteilung eines Tabak-Privilegs durch Herzog Carl Eugen.

1772-75: Neubau einer Evang. Stadtkirche, außerhalb der Stadtmauaern vor dem Lutzentor am Neuen Weg und Dorfer Gäßle auf Gartengelände, nach Plänen des Kirchenrats-Baumeisters W. F. Goez, von Werkmeister Georg Christoph Reich aus Nagold. Die Alte Stadtkirche St. Nikolaus wurde entwidmet, der Turm abgetragen, das Gebäude fortan als Fruchtkasten und Magazin verwendet.

1779: Zweiter Durchbruch durch die Stadtmauer für ein Not-Tor beim Storchennest, wieder als Vorsorge für den Fall von Feuergefahr.


19. Nagold

1808: Das Amt Nagold wird württembergisches Oberamt.

1810: Auflösung des Oberamtes Nagold und Eingliederung der Stadt und der meisten Amtsorte in das Oberamt Nagold (bis 1938). Das Neue Schloß, ehedem Vogtei und Oberamtei, wird nun Sitz des neuen Kameralamts, später Finanzamts.

1814: Vollständiger Abbruch des Lutzentors, ebenso des Lindentors.

1822: Bau des "Mittleren" Schulhauses.

1830: Auflösung des Nagoldealten Rechtsverbands der Kirchspielgenossenschaft Nagold (mit Zentrum im Dorf) durch die königliche Regierung. Bei der Aufteilung der gemeinschaftlichen Wälder in Staats- und Kommunalbesitz erhält Nagold-Stadt 2576 Morgen eigenen Waldbesitz.

1836: Gründung der Stadtsparkasse, Vorläufer der Kreissparkasse.

1847-57: Bau einer durchgehenden Talstraße von Nagold nach Nagold, anschließend Bau der Pfalzgrafenweiler Straße als Aufstieg aus dem Nagoldtal nach Spielberg und weiter bis Pfalzgrafenweiler.

1867: Bau des "Unteren" Schulhauses am Viehmarkt.

1868: Abbruch der alten St. Nikolaus-Stadtkirche neben dem Pfarrhaus.

1870: Gründung der Firma Karl Kaltenbach (kurz: "KK", heute Auerhahn) als zunächst handwerklicher Betrieb zur Herstellung von Silberbesteck.

1877: Gründung einer selbständigen, in Nagold redigierten, gedruckten und erscheinenden Tageszeitung mit dem Titel "Aus den Tannen".

1884: Gründung des Württ. Schwarzwaldvereins, noch im gleichen Jahr Gründung des Bezirksvereins in Nagold, heute Ortsgruppe.

1886: Bau der ersten methodistischen Kapelle.

1891: Bau der ersten württ. Schmalspurbahn von Nagold nach Nagold ("Nagolderle") entlang der Talstraße.

1891-94: Bau einer 8 km langen Wasserleitung von der Tannbachquelle bei der Hochdorfer Sägmühle, Voraussetzung für die Einführung einer (Haus-)Wasserversorgung.

1898: Eröffnung einer Telefonanstalt mit 5 Teilnehmern.

1899: Einführung der Elektrizität.


20. Nagold

1913, 1. Februar: Aufhebung der Flößerei auf der Nagold und der Enz.

1914-18: Erster Weltkrieg mit 93 Toten und 14 Vermißten aus Nagold.

1920: Erster Antrag im Gemeinderat zur Einführung der öffentlichen Müllabfuhr, "um der Verunreinigung der Straßen, Anlagen und des Bachbetts Einhalt zu gebieten".

1922/24: Anlage des Waldfriedhofes als Notstandsarbeit zur Arbeitsbeschaffung in der Inflationszeit nach dem Plan von Architekt Lilienfein und von Prof. Schuster (Stuttgart).

1922/23: Bau und Inbetriebnahme des städtischen E-Werkes im oberen Tal. Bis nach dem 2. Weltkrieg ein städtisches Netz mit 110 V Gleichspannung.

1923: Auf dem Höhepunkt der Inflation verausgabten die Stadt und die Gewerbebank im September/Oktober 1923 eigenes, gedrucktes Notgeld.

1926: Im Gasthof "Grüner Baum" am unteren Marktplatz wird ein Kino eingerichtet.

1927, 10. Juni: Einweihung der ersten, katholischen Kirche nach der Reformation, in Anknüpfung an frühere Nagolder Kirchenheilige dem Hl. Leonhardt und Nikolaus geweiht, eine aus Holz erbaute Kirche in der Karlstraße.

1935: Verlängerung der Wilhelmstraße entlang des Häfnerwaldes bis zur Ankerbrücke.

1938: Fertigstellung des neuen, jetzigen Freibads.

1939, Juni: Einweihung der neuen Sportanlagen in den Weiherwiesen neben Schwimmbad.

1939, 1. September: Von einer Kriegsbegeisterung wie beim Ausbruch des 1. Weltkrieges - damals auch nur in den großen Städten, nicht im Schwarzwald bzw. Nagold - war diesmal nichts zu spüren: "Der Kirchweihsonntag verlief in diesem Jahr überaus stille."

1939-45: Zweiter Weltkrieg: 193 Tote und 47 Vermißte aus Nagold. 1944/45 drei Luftangriffe auf die Stadt mit Sachschäden und 1 Toten.

1945, 16. April: Einmarsch der Franzosen (hauptsächlich Marokkaner), keine Zerstörungen durch kriegerische Handlungen, jedoch Beschlagnahmungen, Plünderungen, auch Ausschreitungen gegen die Bevölkerung. Die Wasser- und Stromversorgung war (außer für einige Tage im Dorf) intakt geblieben.

1945, September: In Nagold befanden sich 359 Evakuierte und Heimatvertriebene. Im Januar 1946 waren es 573 Personen, davon 476 Evakuierte, 47 Ausländer und 48 Ostflüchtlinge, durch Rückführungen im Juli 1946 noch 222 Personen. Dazu befanden sich im November 1945 noch 350-400 Mann französisches Militär in der Stadt, im April 1946 noch 160 Mann mit Familien. Dabei hatte die Stadt eine Einwohnerzahl für 1946 von 3110 Menschen und eine durchschnittliche Belegung eines Wohnraumes und Küche mit 3-5 Personen. Durch die Ostflüchtlinge kamen auf Dauer 208 Menschen in die Stadt (Dezember 1949).

1947, Silvester: Schlimmstes Hochwasser seit Menschengedenken.

1947, 18. Mai: Nagold gehört zum Land Württemberg-Hohenzollern (Verfassung).

1947-49: Großer Schaden durch die im Kahlschlag waldverwüstenden "Franzosenhiebe" als Reparationsleistungen, 20.686 Festmeter Stammholz, das 3-4 fache des üblichen Jahreseinschlags.

1953: Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) beginnt in Nagold mit der Ausbildung von Lehrlingen.

1956: Umwandlung des städt. Progymnasisums in das private Christophorusgymnasium des CJD.

1960-62: Nagoldkorrektion und Zuschüttung des Mühlkanals.

1963-65: Bau der Hohenbergschule (Hauptschule).

1965: Städtepartnerschaft mit Bourg-St. Maurice (Savoyen) gegründet.

1967: Letzte Fahrt des "Nagolderle", Abbau der Gleisanlagen.

1968: Fertigstellung der katholischen Kirche "Heilig Geist".

1968-71: Erweiterung der Hohenbergschule (Realschule, Turnhalle, Lehrschwimmbecken).

1971-75: Gemeindereform mit den Eingemeindungen von Nagolddorf, Berneck, Walddorf mit Monhardt, Überberg, Garrweiler, Hornberg, Spielberg und Wart.

1974: Neubau des Evang. Gemeindehauses mit Verkehrsamt und Lesesaal.

1980: Fertigstellung der Markgrafenschule (Grund- und Förderschule) mit Turn- und Festhalle, Eröffnung des Altersheimes auf der Sonnenhalde.

1985: Eröffnung des "Museums im Alten Schloß".

1988: Fertigstellung von 31 Altenwohnungen im Seniorenzentrum Sonnenhalde.

1990: Abschluß der Altstadtsanierung, Hochwasser im Februar.

1991: Einweihung der Aussegnungshalle beim Waldfriedhof.

1993: Umbau der Silbermühle und Unterbringung der Stadtbücherei, Hochwasser kurz vor Weihnachten, Erweiterung der Hohenberg-Hauptschule.

1996: Einweihung der Eichwaldhalle.

1997: Bau des katholischen Gemeindehauses mit städt. Kindergarten, Baubeginn der Ortsentlastungsstraße Nagold.

1998: Fertigstellung der Kläranlage für den Zweckverband Oberes Nagoldtal.

----------------------------------------------------------------------------------------