20. Nagold
1913, 1. Februar: Aufhebung der Flößerei auf der Nagold
und der Enz.
1914-18: Erster Weltkrieg mit 93 Toten und 14 Vermißten
aus Nagold.
1920: Erster Antrag im Gemeinderat zur Einführung der
öffentlichen Müllabfuhr, "um der Verunreinigung der Straßen, Anlagen und des
Bachbetts Einhalt zu gebieten".
1922/24: Anlage des Waldfriedhofes als Notstandsarbeit zur
Arbeitsbeschaffung in der Inflationszeit nach dem Plan von Architekt
Lilienfein und von Prof. Schuster (Stuttgart).
1922/23: Bau und Inbetriebnahme des städtischen E-Werkes
im oberen Tal. Bis nach dem 2. Weltkrieg ein städtisches Netz mit 110 V
Gleichspannung.
1923: Auf dem Höhepunkt der Inflation verausgabten die
Stadt und die Gewerbebank im September/Oktober 1923 eigenes, gedrucktes
Notgeld.
1926: Im Gasthof "Grüner Baum" am unteren Marktplatz wird
ein Kino eingerichtet.
1927, 10. Juni: Einweihung der ersten, katholischen Kirche
nach der Reformation, in Anknüpfung an frühere Nagolder Kirchenheilige
dem Hl. Leonhardt und Nikolaus geweiht, eine aus Holz erbaute Kirche in der
Karlstraße.
1935: Verlängerung der Wilhelmstraße entlang des
Häfnerwaldes bis zur Ankerbrücke.
1938: Fertigstellung des neuen, jetzigen Freibads.
1939, Juni: Einweihung der neuen Sportanlagen in den
Weiherwiesen neben Schwimmbad.
1939, 1. September: Von einer Kriegsbegeisterung wie beim
Ausbruch des 1. Weltkrieges - damals auch nur in den großen Städten, nicht
im Schwarzwald bzw. Nagold - war diesmal nichts zu spüren: "Der
Kirchweihsonntag verlief in diesem Jahr überaus stille."
1939-45: Zweiter Weltkrieg: 193 Tote und 47 Vermißte aus
Nagold. 1944/45 drei Luftangriffe auf die Stadt mit Sachschäden und 1
Toten.
1945, 16. April: Einmarsch der Franzosen (hauptsächlich
Marokkaner), keine Zerstörungen durch kriegerische Handlungen, jedoch
Beschlagnahmungen, Plünderungen, auch Ausschreitungen gegen die Bevölkerung.
Die Wasser- und Stromversorgung war (außer für einige Tage im Dorf) intakt
geblieben.
1945, September: In Nagold befanden sich 359
Evakuierte und Heimatvertriebene. Im Januar 1946 waren es 573 Personen,
davon 476 Evakuierte, 47 Ausländer und 48 Ostflüchtlinge, durch
Rückführungen im Juli 1946 noch 222 Personen. Dazu befanden sich im November
1945 noch 350-400 Mann französisches Militär in der Stadt, im April 1946
noch 160 Mann mit Familien. Dabei hatte die Stadt eine Einwohnerzahl für
1946 von 3110 Menschen und eine durchschnittliche Belegung eines Wohnraumes
und Küche mit 3-5 Personen. Durch die Ostflüchtlinge kamen auf Dauer 208
Menschen in die Stadt (Dezember 1949).
1947, Silvester: Schlimmstes Hochwasser seit
Menschengedenken.
1947, 18. Mai: Nagold gehört zum Land
Württemberg-Hohenzollern (Verfassung).
1947-49: Großer Schaden durch die im Kahlschlag
waldverwüstenden "Franzosenhiebe" als Reparationsleistungen, 20.686
Festmeter Stammholz, das 3-4 fache des üblichen Jahreseinschlags.
1953: Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD)
beginnt in Nagold mit der Ausbildung von Lehrlingen.
1956: Umwandlung des städt. Progymnasisums in das private
Christophorusgymnasium des CJD.
1960-62: Nagoldkorrektion und Zuschüttung des Mühlkanals.
1963-65: Bau der Hohenbergschule (Hauptschule).
1965: Städtepartnerschaft mit Bourg-St. Maurice (Savoyen)
gegründet.
1967: Letzte Fahrt des "Nagolderle", Abbau der
Gleisanlagen.
1968: Fertigstellung der katholischen Kirche "Heilig
Geist".
1968-71: Erweiterung der Hohenbergschule (Realschule,
Turnhalle, Lehrschwimmbecken).
1971-75: Gemeindereform mit den Eingemeindungen von
Nagolddorf, Berneck, Walddorf mit Monhardt, Überberg, Garrweiler,
Hornberg, Spielberg und Wart.
1974: Neubau des Evang. Gemeindehauses mit Verkehrsamt und
Lesesaal.
1980: Fertigstellung der Markgrafenschule (Grund- und
Förderschule) mit Turn- und Festhalle, Eröffnung des Altersheimes auf der
Sonnenhalde.
1985: Eröffnung des "Museums im Alten Schloß".
1988: Fertigstellung von 31 Altenwohnungen im
Seniorenzentrum Sonnenhalde.
1990: Abschluß der Altstadtsanierung, Hochwasser im
Februar.
1991: Einweihung der Aussegnungshalle beim Waldfriedhof.
1993: Umbau der Silbermühle und Unterbringung der
Stadtbücherei, Hochwasser kurz vor Weihnachten, Erweiterung der
Hohenberg-Hauptschule.
1996: Einweihung der Eichwaldhalle.
1997: Bau des katholischen Gemeindehauses mit städt.
Kindergarten, Baubeginn der Ortsentlastungsstraße Nagold.
1998: Fertigstellung der Kläranlage für den Zweckverband
Oberes Nagoldtal. |