Ein japanisches Gras sorgt für Wärme

Auf der Suche nach regenerativen Energiequellen sind Wissenschaftler auf den Riesen-Chinaschilf, eine natürliche Kreuzung zweier Miscanthus-Arten, im Volksmund Elefantengras genannt, aufmerksam geworden.
Ursprünglich für die Herstellung von Flechtwerken, als Zierpflanze und als Futterpflanze genutzt, erlebt das japanische Stielblütengras eine wachsende Beachtung bei der Suche nach Alternativen zu Öl und Gas. Der Riesen-Chinaschilf ist eine sogenannte C4-Pflanze, genauso wie Mais und Zuckerrohr. C4-Pflanzen betreiben unter günstigen Bedingungen eine wesentlich schnellere Photosynthese als im Normalfall gegeben; sie können Kohlendioxid und Wasser ökonomischer nutzen. Resultat hieraus ist eine schnelle und effiziente Biomasseentwicklung.
Miscanthus kommt aus dem japanischen Raum, kann sich jedoch auch in Mitteleuropa gut entwickeln. Sie ist nicht froststabil und benötigt eine mittlere Temperatur von 8 Grad für eine gute Entwicklung. Sind diese Bedingungen gegeben, können Wuchshöhen bis zu 4 Metern erreicht werden. Der Riesen- Chinaschilf vermehrt sich durch Aussaat oder durch das Wachstum der Wurzelstücke beziehungsweise der Rhizomen (Miscanthus Rhizome). In Mitteleuropa ist aufgrund der niedrigeren Temperatur keine Ausbildung von keimfähigen Saaten möglich.
Miscanthus benötigt in den ersten 2 Jahren vermehrt Fürsorge durch den Landwirt. Sie kann sich schlecht gegen Unkräuter wehren, so dass eine manuelle Bekämpfung notwendig wird. Sobald die Bestände dicht sind - meist ab dem 3. Jahr - sind Unkräuter unproblematisch. Da die Pflanze im Winter seine Nährstoffe in die Rhizomen einlagert, ist eine Ernte nach der ersten Frostperiode zwischen Januar und März sinnvoll.
Aufgrund der guten Biomasseentwicklung wird eine Nutzung als Heizstoff erforscht. Es gibt bereits erste Versuche, das Gras zu pelletieren. Die Herstellung von Briketts wurde bereits erfolgreich umgesetzt und ist derzeit wirtschaftlicher als die Pelletierung. Hierfür werden die Gräser hydraulisch gepresst und besitzen hinterher einen Durchmesser von 5 bis 8 Zentimeter. Jedoch können noch nicht alle Heizkessel das Gras verarbeiten, da Rückstände sich als problematisch erweisen.
Miscanthus wird nach jetziger Prognose ein interessanter Bestandteil eines regenerativen Energiekonzeptes sein, der jedoch noch weiterer Forschung bedarf.